In meiner Praxis stelle ich immer wieder fest, dass es selbst bei chronischen Beschwerden funktionelle Zusammenhänge gibt, die zuvor kaum beachtet wurden. Eine 92-jährige Frau stellte sich vor und klagte seit mehreren Jahren über unruhige Beine in beiden Unterschenkeln, besonders nachts.
Bei der Untersuchung waren mehrere alte Narben am stärker betroffenen Bein im Bereich der Hüfte und des Knies zu sehen. Meiner Meinung nach könnten diese Narben eine Rolle bei der Aufrechterhaltung von Spannungen im Gewebe und Beschwerden im Bein spielen. Es gab eine signifikante Veränderung im Verlauf der Behandlung.
Diese nächtlichen Beschwerden in den Unterschenkeln nahmen bereits nach wenigen Behandlungen deutlich ab. Auch Schmerzen in den Bereichen der Hüfte, des Knies, des Fußes, des Hallux, der Zehen und der Fußsohle verbesserten sich aus Sicht der Patientin spürbar. Selbst sensorische Störungen, die einst als neuropathisch angesehen wurden, entwickelten sich positiv.
Solche Fortschritte erinnern mich häufig daran, wie wichtig es ist, ältere Narben und Veränderungen im funktionellen Gewebe zu berücksichtigen – insbesondere, wenn Beschwerden über längere Zeit chronisch sind und nicht zuverlässig erklärt werden können.
Ich denke immer an die Beziehung zwischen Gewebe, Bewegung, Narben und Stress: Ohne voreilige Schlüsse zu ziehen, müssen wir auch mögliche Einflussfaktoren in Betracht ziehen und sorgfältig betrachten.
